Magnus Friedrich Roos – Am Osterfest.

Magnus Friedrich Roos – Am Osterfest.

Wir nahen, HErr Jesu, an diesem Tage, der dem Angedenken Deiner siegreichen Auferstehung gewidmet ist, zu Dir, und danken Dir herzlich, daß Du dich nicht geschämt hast, eine Zeit lang unter die Todten gerechnet zu sein, und wie andere Todte im Grab zu liegen, hernach aber durch Deine Auferstehung Deinen Todten eine Auferstehung zum ewigen Leben zugesichert hast. Vergiß und schäme Dich auch unserer nicht, so lange wir als Sterbliche leben, und wenn wir als todt im Grab liegen werden. Laß uns alsdann Deine Todten sein, und nach Deiner Verheißung wieder leben und auferstehen. Befreie uns durch diese Hoffnung von der Furcht vor dem Tod, und von dem Grauen an dem Grab und der Verwesung, und lehre uns nicht auf das Sichtbare, welches zum Theil eine traurige Gestalt hat, sehen, sondern auf das Unsichtbare, welches lieblich und herrlich ist. Wir bitten Dich auch, daß du uns heute väterlich bestrafen, freundlich zusprechen, kräftig trösten, und zur bessern Einsicht in die heilige Schrift erleuchten wollest, wie Du es Deinen Jüngern und Jüngerinnen nach Deiner Auferstehung hast widerfahren lassen, und daß Du uns unsere Uebertretungen gnädiglich vergebest, gleichwie Du ihnen ihre Fehler vergeben hast. Dein Friede, welcher höher als alle Vernunft ist, umschließe unsere Herzen und Sinnen, damit wir Dein Wort ruhig und glaubig anhören, und durch dasselbe neues Licht und neue Kraft empfangen können. Amen.

Lebendiger, laß uns als Reben
An Dir dem Weinstock fruchtbar sein.
Auch dringe einst Dein Ruf zum Leben
Mit Macht in unsere Gräber ein.
Amen.

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