Huldrych Zwingli – Gebet und Vaterunser

Zu Dir erheben wir unsere Herzen im Gebete! Liebreichster dreieiniger Gott und Vater, der Du im Anfange den Menschen erschaffen, daß er hier des Paradeis und einst dort Deiner sich freue. Von dieser Gnade sind wir durch eigene Schuld abgefallen, und so mit Recht des Todes schuldig geworden, ja, unser ganzes Geschlecht ist dermaßen verderbt, daß keine Hoffnung zum Leben übrig geblieben wäre, wenn nicht Du, der allein gut, nach Deiner Güte unser Elend zu erleichtern beschlossen. Darum hast Du den Samen verheißen, welcher der verführerischen Schlange den Kopf zertrete, damit wir elende Menschen nicht in ewiger Verzweiflung verschmachten müssen. Und als die Zeit erfüllet war, sandtest Du den verheißenen Samen, Deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum, geboren von Maria, der unbefleckten, ewig reinen Jungfrau, damit er ein unbefleckter, heiliger Priester für uns werde, der auch nur das reinste und vollkommenste Opfer darbringen konnte, und dieweil er unter der ganzen Schaar der Menschen kein solches gefunden, hat er sich selbst für uns Elende tödten lassen, ja nicht genug, er gab sich auch selbst uns zur Speise und zum Tranke, damit es uns an nichts mangeln solle. – Dich, gütigster Vater, flehen wir an, verleihe, daß unsere Lippen immerdar das Lob Deiner Güte darbringen, wiewohl unser Dank und Preis doch niemals die Größe Deiner Wohlthat erreicht. Dich, der Du bleibest, wie Du bist, und das Gefäß Deiner Güte nicht verringerst, rufen wir an, daß Du uns würdig machest, Dein Lob mit Herz, Mund und That darzubringen, und nichts und niemals Etwas von Dir zu erbitten, was Deiner Güte widerstreitet. Solches wird uns am besten gelingen, wenn wir Dich mit den Worten preisen und anrufen, mit welchen Dein geliebter Sohn, unser Herr Jesus Christus vor Dir zu treten, gelehret hat. Unser Vater, der Du bist in den Himmeln, geheiliget werde Dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser täglich Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Hieronymus von Prag – Vergebung

Herr ich wayß das du warer gott bist / ain schöpfer der welt / und menschlicher natur. Ich weyß das du bist die volkommen dryfaltigkeit / und unzertailige und unabgeschiden / unterschiden in dreyen person / vatter sun hailiger gaist. ich weiß das du das ewig wort bist / das do abgestigen ist von dem hymel in das erdtrich / in den leynb der junckfrawe Marie. Du bist gesprungen auff das holtz des creutz / zu vergiessen dein kostparliches blut / für uns arm sünnder. Ich bit dich demütigklich mein Herr. Ich bit dich Hertziglich mein säligmacher. Ich bit dich umb deines leidens willen / mein tröster / das so vil kostparlichs bluts für mich nit sey unnützlich vergossen / sunder in vergebung aller meiner sünd für die ich beger der vergebung. Von dem tag seyder ich hab empfangen das wasser des hayligen taufs / biß auf den punct / Und klag dir herr mein schuld. Und deßgleichen beger ich vergebung / in dem so ich hab beleydiget / und betrübt dein volck. Und ich bit demütigklich von allen menschen durch got / das sy gott für mich bittenn. Das er sey mein sterck / yetzundt / und biß in mein letstes end. Damit das der feind nit hab macht über mich: Amen:

Hallo Welt!

Und gleich noch ein Spin-Off der Glaubensstimme – der Titel verrät schon, um was  es geht: Um Gebete der Christenheit. Sicher, es mag genug Seiten über das Gebet geben – doch es wird leider nicht genug gebetet. Vielleicht findet der eine oder andere hier eine Anregung dazu.

Wer bislang hier war, wird feststellen, dass sich die Inhalt deutlich geändert haben – ich habe die Seite neu aufgesetzt, um mir die Bearbeitung einfacher zu machen. Die Gebete, die im Augenblick fehlen, kommen auch noch.

Gruß & Segen,

Andreas