Augustinus, Aurelius

Mein Herr und Gott meines Heils, außer deiner großen Güte und Gnade weiß ich in meinem sündlichen Leben weder im Himmel noch auf Erden Hilfe und Rath zu suchen und zu finden. Und ob gleich ich nichts anders werth und würdig bin als deines ewigen Zorns, deiner Ungnade und Verdammniß, so hast du mir gleich wohl deines heiligen Namens Erkenntniß in deinem lieben Sohne geoffenbart, daß du mein gnädiger Gott und Vater sein, mit mir nicht ins Gericht gehen, mich nicht nach meinem Verdienst in deinem Zorne ewig verstoßen und verdammen, sondern in deinem lieben Sohne Gnade über Zorn gehen lasse, mich zu einem Gnadenkind annehmen und der ewigen Erbschaft und Seligkeit theilhaftig machen wollest. Herr, dich bitte ich von Herzen, du wollest meine arme betrübte Seele mit deinem Heil erfreuen, und was du mir in großer Gnade zugesagt, in großer Gnade auch erzeigen, und in meiner sündlichen Schwachheit meine Stärke, meine Kraft, meine Zuflucht, mein Trost und meine Seligkeit sein. Denn ich weiß ja wohl, daß dir nichts gefälliger und angenehmer sei, als ein zerschlagenes und zerknirschtes Herz, welches ich dir auch jetzt gebe und opfere. Herr, nimm dasselbe in Gnaden an, vergieb mir alle meine Sünde und Missethat in dem theuren opfer, das für meine Sünde am Stamme des Kreuzes geopfert hat dein lieber Sohn, mein einiger Heiland und Seligmacher. Amen!