Johann Friedrich Stark – Dank- und Opfergebet

Herr, Herr Gott, der du deinem Volke Israel anbefohlen, dir täglich Opfer zu bringen, welche dir mußten ganz geheiliget und übergeben werden: siehe, ich bringe dir mein gläubiges und bußfertiges Herz, das wirst du nicht verachten.
Du hast mich, o himmlischer Vater, erschaffen, daß ich soll sein dein Eigenthum. Du hast mich, o liebster Jesu, erlöset mit deinem Blut, daß ich in deinem Reich soll leben und dir dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit. Du hast mich, o werther heiliger Geist, geheiliget, daß ich soll sein deine Wohnung, und daß Christus in mir lebe. O darum will ich mich dir auch wiederum ganz und gar opfern und ergeben.
Ich opfre dir auf meinen Willen: ich will nun nicht mehr vollbringen, was ich will, sondern was du willst. Ich opfre dir auf meinen Mund: damit will ich dich loben und preisen, und ihn niemals mehr zu schandbaren Worten und Narrentheidingen mißbrauchen. Ich opfre dir auf mein Herz: das erfülle mit einem lebendigen Glauben, mit deiner Gnade und deiner Liebe. Ist es gleich ein von Natur unreines und zum Opfer untüchtiges Herz, ach so wasche es mit dem Blute Jesu Christi, welches ich in wahrem Glauben annehme. Ach, reinige du es selbst durch deinen heiligen Geist, heilige es dir zur Wohnung, daß du darin regierest und herrschest. Ich opfre dir auf mein Leben: das will ich nach deinem Wort, nach dem guten Trieb des heiligen Geistes führen. Ich opfre dir auf mein Leben: das will ich nach deinem Wort, nach dem guten Trieb des heiligen Geistes führen. Ich opfre dir auf meine Glieder: hilf daß sie mögen werden Waffen und Werkzeuge der Gerechtigkeit, daß ich sie nicht zur Sünde und Schande mißbrauche, sondern daß sie dir mögen geheiliget bleiben.
Wie das Geopferte mit niemand durfte mehr Gemeinschaft haben, so will ich mich auch gerne von der Welt absondern und von ihrer Gesellschaft wegbleiben. Ja, ich will mich dir aufopfern, weil ich noch lebe und gesund bin, und nicht erst auf meinem Krankenbette, denn da möchte es zu spät sein. Gib mir in dem Allen die Kraft deines heiligen Geistes. Amen.

Lassenius – Dankgebet

Ich hoffe darauf, daß du so gnädig bist; mein Herz freuet sich, daß du so gern hilfst. Ich will dem Herrn singen, daß er so wohl an mir thut.

O du getreuer Heiland und liebreicher Menschenfreund, mein Herz hält dir vor dein Wort: ihr sollt mein Antlitz suchen: darum suche ich auch, Herr, dein Antlitz. Ich weiß, du kannst helfen, und hilfst auch gern. Darum hoffe ich auf dich: ich hoffe von einem Augenblick zum andern. Ach, Gott, laß es jetzt Zeit sein. Hilf mir nach deiner Barmherzigkeit. Amen.

Dankgebet

Ich danke dir, Herr mein Gott, von ganzem Herzen und ehre deinen Namen ewiglich. Ich danke dir ewig; denn du kannst es wohl machen.

Siehe, um Trost war mir sehr bange; du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe. Ich schrie zu dir in meiner Angst, da erhörtest du meine Stimme, und mein Geschrei kam vor dich zu deinen Ohren, und du tröstetest mich; du bist mir treulich beigestanden, du hast meine Seele erhalten und mich endlich aus meiner großen Trübsal väterlich errettet.

O mein Herr und Gott! wie soll ich dir vergelten alle Wohlthaten, die du täglich an mir thust? Wohlan ich will den heilsamen Kelch nehmen und des Herrn Namen predigen; ich will dich Herr, loben allezeit und dein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. Hilf, du getreuer Gott, daß ich diese meine Gelübde bezahle. Regiere, leite und führe mich, daß ich in steter Danksagung für alle erzeigte Wohlthaten täglich wachse und zunehme, durch deinen geliebten Sohn, meinen Erlöser und Heiland Jesum Christum, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret gleicher Gott in Ewigkeit. Amen.

Danksagung, daß uns Gott zum Gebet würdig macht

Ich weiß gar wohl, o gnädiger Gott, daß ich ein unwürdiger Mensch bin, und würdig des Teufels, nicht Christi noch seiner Heiligen, Bruder zu sein; nun aber hat Christus solches gesagt, daß ich, als für den er gestorben und auferstanden ist, sowohl als für St. Petrum, welcher auch mir gleich ein Sünder gewesen ist, sein Bruder sei; und will solches ernstlich von mir haben, daß ich ihm glauben soll ohne alles Zweifeln und Wanken, und nicht ansehen noch achten, daß ich unwürdig und voller Sünden bin; weil er es selbst nicht will ansehen noch gedenken, wie er doch billig thun könnte, und Ursach genug hätte zu rächen und zu strafen, sondern ist alles vergessen und aus seinem Herzen getilgt, ja todt, zugescharret und begraben: warum wollte ich es denn nicht also sein lassen, und meinem lieben Herrn nicht von Herzen dafür danken, loben und lieben, daß er so gnädig und barmherzig ist? Amen.

Martin Luther – Dankgebet

O Gott, Vater aller Barmherzigkeit, wir danken dir höchlich und allezeit, daß du uns, nach dem überschwänglichen Reichthum deiner Gnaden, hast gebracht zu dem Schatz deines Wortes, darinnen wir haben Erkenntniß deines lieben Sohnes, das ist, ein sicher Pfand unsers Lebens und Seligkeit, die im Himmmel zukünftig ist, und bereitet allen, die in reinem Glauben und brünstiger Liebe beständig bis ans Ende beharren; wie wir denn hoffen und bitten, du werdest uns, barmherziger Vater, erhalten und vollkommen machen mit allen Auserwählten, in einem Sinne, zu gleichem Bild deines lieben Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Amen.

Augustinus, Aurelius

Mein Herr und Gott meines Heils, außer deiner großen Güte und Gnade weiß ich in meinem sündlichen Leben weder im Himmel noch auf Erden Hilfe und Rath zu suchen und zu finden. Und ob gleich ich nichts anders werth und würdig bin als deines ewigen Zorns, deiner Ungnade und Verdammniß, so hast du mir gleich wohl deines heiligen Namens Erkenntniß in deinem lieben Sohne geoffenbart, daß du mein gnädiger Gott und Vater sein, mit mir nicht ins Gericht gehen, mich nicht nach meinem Verdienst in deinem Zorne ewig verstoßen und verdammen, sondern in deinem lieben Sohne Gnade über Zorn gehen lasse, mich zu einem Gnadenkind annehmen und der ewigen Erbschaft und Seligkeit theilhaftig machen wollest. Herr, dich bitte ich von Herzen, du wollest meine arme betrübte Seele mit deinem Heil erfreuen, und was du mir in großer Gnade zugesagt, in großer Gnade auch erzeigen, und in meiner sündlichen Schwachheit meine Stärke, meine Kraft, meine Zuflucht, mein Trost und meine Seligkeit sein. Denn ich weiß ja wohl, daß dir nichts gefälliger und angenehmer sei, als ein zerschlagenes und zerknirschtes Herz, welches ich dir auch jetzt gebe und opfere. Herr, nimm dasselbe in Gnaden an, vergieb mir alle meine Sünde und Missethat in dem theuren opfer, das für meine Sünde am Stamme des Kreuzes geopfert hat dein lieber Sohn, mein einiger Heiland und Seligmacher. Amen!