Habermann, Johannes – Morgengebet am Sonntag

Herr, himmlischer Vater, ewiger Gott, gebenedeiet sei deine göttliche Kraft und Allmacht, gelobet sei deine grundlose Güte und Barmherzigkeit, gepreiset sei deine ewige Weisheit und Wahrheit, daß du mich in dieser gefährlichen Nacht mit deiner Hand bedecket und unter dem Schatten deiner Flügel hast sicher ruhen und schlafen lassen, auch vor dem bösen Feind und allen seinen heimlichen Listen und Tücken bewahret und ganz väterlich beschirmet. Darum lobe ich dich um deine Güte und um deine Wunder, die du an den Menschenkindern thust, und will dich bei der Gemeine preisen, dein Lob soll allewege in meinem Munde sein, meine Seele soll allezeit dich, meinen Herrn, rühmen, und was in mir ist, deinen heiligen Namen preisen, und will nimmermehr vergessen alles was du mir Gutes gethan hast. So laß nun dir gefallen das Lobopfer aus meinem Munde, welches ich dir des Morgens früh in Einfalt meines Herzens bringe. Ich rufe zu dir von ganzem Gemüth, du wollest mich heut diesen Tag auch behüten vor aller Gefahr Leibes und der Seele, und deinen lieben Engeln über mir Befehl thun, daß sie mich behüten auf allen meinen Wegen. Umgib mich ringsum mit deinem Schild, und führe mich auf den Steig deiner Gebote, daß ich unsträflich wandle in deinem Dienst, wie die Kinder des Tages, zu deinem Wohlgefallen. Wehre dem bösen Feind und allen Aergernissen dieser Welt, dazu steure meinem Fleisch und Blut, daß ich nicht von ihnen überwältiget, etwa gröblich wider dich handle und dich mit meinen Sünden erzürne. Regiere du mich mit deinem heiligen Geist, daß ich nichts vornehme, thue, rede oder gedenke, denn allein was dir gefällig, und zu Ehren deiner göttlichen Majestät gereichet. Siehe, mein Gott, ich übergebe und opfere dir mich heute ganz und gar zu eigen in deinen Willen mit Leib und Seele, mit allem Vermögen und Kräften, innerlich und äußerlich. Mache du mich dir zu einem Opfer, das da lebendig, heilig und dir wohlgefällig sei, damit ich dir einen vernünftigen und angenehmen Gottesdienst leiste. Darum, du heiliger Vater, allmächtiger Gott, laß mich dein Eigenthum sein, regiere mein Herz, Seele und Gemüth, daß ich nichts, denn dich, wisse und verstehe. Herr, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir schicken und darauf merken, frühe will ich dich loben und des Abends nicht aufhören, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen.

Johannes Habermann – Morgensegen am Mittwoch.

Allmächtiger, barmherziger Gott, nachdem alle deine Creaturen dich ohne Unterlaß loben und Preisen sollen, welches auch thun die Vögelein unter dem Himmel, die frühe gegen den Tag mit ihren Zungen und Stimmen aufs lieblichste dich, ewiger Gott, als ihren Herrn und Schöpfer rühmen: so danke ich dir jetzt auch von Herzen, daß du mich die vergangene Nacht und alle vorige Zeit meines Lebens unter deinem Schutz und Schirm bis auf diese gegenwärtige Stunde erhalten hast und mich aus dem Schlaf und Finsternis dieser Nacht erwecket, fröhlich und gesund hast lassen aufstehen. Ich bitte dich, durch die heilbringende Auferstehung Jesu Christi von den Todten, du wollest mich ferner auch behüten vor allem Unglück und Uebel, samt allen, die mit mir durch Blutsfreundschaft oder sonst verwandt sind. O Herr, hilf deinem Volk und segne dein Erbe, und weide sie, und erhöhe sie ewiglich. Du wollest mich auch in dieser Frühstunde mit deiner Barmherzigkeit erfüllen, daß ich heut mit Freuden diesen ganzen Tag in deinen Geboten ohne alle Todsünde zubringe. Erzeige mir deine Gnade, wie eine Thauwolke des Morgens und wie ein fruchtbarer Thau, der früh Morgens sich ausbreitet und das Land befruchtet: also wollest du deine Güte über mich ausstrecken; mein träges Gemüth erfrischen, daß ich wacker und fröhlich deinen Willen thue. Regiere mich mit deinem heiligen Geist, daß ich dir mit reinem Herzen möge dienen in rechtschaffner Gerechtigkeit und Heiligkeit, die dir gefällig ist. Behüte mich, daß ich heute nicht wider dich sündige und etwa mein Gewissen beflecke mit fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten. Bewahre auch meine Zunge vor Bösem, und meine Lippen, daß ich nicht falsch rede oder trüge; schandbare Worte und Narrentheiding, die dem Christen nicht geziemen, laß ferne von mir sein. Hilf, daß ich mit meinen Lippen niemand ärgere noch afterrede, urtheile oder verdamme, auch niemand lästere oder schmähe. O daß ich könnte ein Schloß an meinen Mund legen, und ein fest Siegel auf mein Maul drücken, daß ich dadurch nicht zu Fall käme, und meine Zunge mich nicht verderbete! Gib Gnade, daß ich mich selbst in meinem Gebrechen erkenne, und strafe, damit ich nicht in dein gestreng Urtheil und Gericht falle. Solches verleihe mir, ewiger Gott, durch Christum, deinen lieben Sohn. Amen.

Johannes Habermann – Morgensegen am Dienstag.

Gelobet sei Gott, der Schöpfer Himmels und der Erden, gelobet sei der Herr, der allein Wunder thut, und gelobet sei sein herrlicher Name ewiglich! der den Tag und die Nacht durch seine göttliche Weisheit geschaffen und unterschieden hat, dazu verordnet, daß, so lange die Erde stehet, sie nicht sollen aufhören, auf daß der Mensch des Nachts möge seine Ruhe haben und am Tage wieder an seine Arbeit gehen. Herr, wie sind deine Werke so groß und viel, du hast sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güte. Für solche deine Wohlthaten sollen wir dir danken, ehe die Sonne aufgehet, und vor dich treten, wenn das Licht hervorbricht. Darum preise ich dich jetzt auch, daß du mich in dieser Nacht hast sicher schlafen und ruhen lassen, auch wiederum fröhlich und gesund erwachen, dazu vor aller Gewalt und Bosheit des Feindes väterlich beschirmet. Ich bitte dich, du wollest meine Seele in deine Hand einschließen, meinen Leib nach deinem Wohlgefallen gesund erhalten und mich vor allem Uebel und Schaden behüten. Sei du mein gewaltiger Schutz, meine große Stärke, mein Schirm wider die Hitze, meine Hütte wider den heißen Mittag, meine Hut wider das Straucheln, meine Hülfe wider den Fall, auf daß mich kein Uebel treffe. O gütiger Gott! weil die Stunde auch da ist, aufzustehen vom Schlaf der Sünden und aller Ungerechtigkeit (sintemal unser Heil jetzt gar nahe ist, denn die Nacht ist vergangen und der Tag herbeikommen), so hilf, daß wir ablegen die Werke der Finsternis, und anlegen die Waffen des Lichts, auf daß wir ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid: sondern daß, wir anziehen Jesum Christum in wahrem Glauben und christlichem Wandel; derhalben wecke mich alle Morgen, wecke mir das Ohr, daß ich mit gläubigem Herzen dein heiliges Wort höre, dasselbe in meinem Gedächtnis behalte, auch daß ich meine Ohren neige zu dem Schreien und Flehen der Armen und dieselben in ihrer Noth nicht verlasse. Und wenn ich wieder in meiner Angst zu dir rufe, so erhöre du auch die Stimme meines Flehens, und verachte nicht das Seufzen in meiner letzten Noth. Laß mein Gebet frühe vor dich kommen, neige deine Ohren zu meinem Schreien, erfülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein in die unser Lebenlang. Amen.

Johannes Habermann – Morgensegen am Montag.

O du unsterblicher, gütiger Gott, weil du deinem Volk in Gesetz geboten, dir alle Morgen ein Brandopfer zu thun, dich damit zu loben und dir zu danken für deinen gnädigen Schutz, so bringe ich dir jetzt auch das Lobopfer, das ist, die Frucht meiner Lippen, und preise deinen heiligen Namen, daß du mich durch deine große Gnade und Barmherzigkeit heut diese Nacht vor allem Uebel und Schaden an Leib und Seel behütet, und wider meinen Widersacher, den bösen Feind, ganz väterlich erhalten hast, denn wo du nicht mein Schild und Beistand gewesen wärest, so hätte mich unzählig Unglück verderbet, daß ich nicht gesund hätte mögen aufstehen. Darum danke ich dir ja billig für deine gnädige Beschützung. Weiter schreie ich zu dir aus Grund meines Herzens, und mein Gebet kommt frühe vor dich, frühe suche ich dich und bitte, du wollest mich mit allem, was mir zuständig ist, heut ferner behüten vor der List und Gewalt des Teufels, vor Sünden, Schanden und allem Uebel. Komme du mir zuvor in dieser Frühstunde mit deiner Gnade, sintemal ich ohne dich nichts vermag, und hilf, daß ich an diesem Tag alle meine Werke in deinem Namen christlich anfange und seliglich vollführe, zu Ehren deiner göttlichen Majestät und zu Nutz meines Nächsten. Bewahre meine Seele, Verstand, Vernunft, Sinn und Gedanken, all mein Thun und lassen, daß der leidige Teufel mir nicht könne schaden. Beschütze mich vor der Seuche, die im Mittag verderbet, behüte mich vor allen meinen Feinden, sichtbaren und unsichtbaren, daß sie mich mit ihren Listen und Tücken, mit aller ihrer Gewalt und Bosheit, heimlich und öffentlich nicht können verletzen noch beschädigen. Herr Gott, Vater und Herr meines Lebens, behüte mich auch vor unzüchtigem Gesicht und wende von mir alle böse Lust. Laß mich nicht in Schlemmen und Unkeuschheit gerathen und behüte mich vor unverschämtem Herzen. Hilf, daß ich durch deine Gnade das Auge, so mich ärgern will, ausreiße und von mir werfe durch Ablegung böser und unreiner Begierden des Herzens. Nimm von mir hinweg alles, was dir mißfällt und mir schädlich ist; gib mir, was dir wohlgefällt und mir nützlich ist, auf das ich dir im wahren Glauben diene. Siehe mich an, du Heiland aller Welt, mit den Augen deiner Barmherzigkeit, und erleuchte mein Herz und Augen, daß ich wandle in dem Glanz deiner Gnade, so über mich aufgehet, auf daß ich dich, das ewige Licht, nimmermehr verliere. Amen.

Benjamin Schmolck – Morgengebet am Sonntag.

Gott Vater, mein Schöpfer! O wie heilig ist dieser Tag, an welchem du selbst geruhet hast! Ich komme von der Ruhe und gehe zur Ruhe. Geruhet habe ich diese Nacht in deinen Armen; dafür danke ich dir. Diesen Tag willst du in meinem Herzen ruhen, darüber freue ich mich. Die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeigekommen: laß es nun auch Licht werden in meinem Herzen, du Vater des Lichtes, daß ich in deinem Lichte sehe das Licht und darinnen wandle. Bewahre meinen Fuß, wenn ich heut zu deinem Hause gehe. Meine Seele verlanget und sehnet sich nach deinen Vorhöfen: lege dein Wort in meinen Mund; erfülle mit deiner Stimme meine Ohren; erleuchte mit deiner Wahrheit meine Augen; rühre mit deinem Finger meine Lippen; erfülle mit deiner Süßigkeit mein Herz. Laß meine Gottesfurcht nicht Heuchelei sein und meinen Gottesdienst nicht Menschenwerk. Wenn ich mit dem Zöllner in deinem Vorhof stehe, so sei mein erster Seufzer: Gott sei mir Sünder gnädig!

Gott Sohn, mein Heiland! Dieser Tag ist dein: an dem bist du auferstanden; ach laß mich heut auferstehen vom Irrthum zur Wahrheit, von der Sünde zur Heiligkeit, vom Trauern zur Freude. Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Ach rede heut in deinem Heiligthum, so bin ich froh. Ich lege mich an deine Brust: tränke mich mit der Milch des lautern Evangeliums. Komm durch dein Wort in mein Herz, daß ich reichen Trost von deinem Hause habe. Erhalte mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Baue dieses Land und wässere es, denn deine Brünnlein haben Wassers die Fülle; streue deinen Samen auf ein gutes Feld, daß er hundertfältige Früchte bringe. Laß dein Wort sein mein Licht auf dem Wege, meinen Weg zum Himmel, meinen Himmel im Herzen. So werde ich Luft an deinen Zeugnissen und selbst einen fröhlichen Sabbath haben.

Gott heiliger Geist, mein Tröster! Dieser Tag ist auch dein Tag, an welchem du bist ausgegossen worden: ergieße dich heut auch über mich. Zeige mir an diesem Sonntag die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln. Lehre du mich innerlich, wenn ich das Wort höre; laß mir’s durch die Ohren in’s Herz gehen; schreibe es durch; deinen Finger in meinen Sinn. Reinige mich in der Buße; befestige mich im Glauben, erbaue mich in der Liebe; bessere mich im Leben; tröste mich in der Anfechtung; bereite mich zu einem seligen Sterben. So werde ich nicht nur ein Hörer, sondern auch ein Thäter sein. Du aber wirst geben das Wollen und Vollbringen, und das gute Kleinod mir bewahren bis auf den Tag meiner Erlösung.

Heilige Dreifaltigkeit! Heilige mich heut durch und durch. Sei du Alles in mir, so vermag ich Alles durch, dich. Mache dir einen Tempel in meinem Herzen, so wird meinem Hause heut Heil widerfahren. Komm nicht nur zu mir, sondern bleibe auch in mir. Die Gemeinde der Gläubigen sei an diesem Tage Ein Herz und Eine Seele. Niemand diene dir mit falschem Herzen. Behalte alle Frommen in heiliger Ruhe, bis wir noch eine Ruhe finden, welche dem Volke Gottes vorhanden ist; dort werden wir mit allen Auserwählten einen ewigen Sabbath halten. Amen.

Aus Cubach – Morgengebet am Sonntage.

Lob, Ehr und Preis sei dir, du hochgebenedeiete Dreieinigkeit, daß ich wiederum aus meinem Bette aufstehen, das Tageslicht ansehen und dich, o du ewige, unzertrennliche Gottheit! anbeten kann; die nächtliche Finsternis weichet davon, aber der helle Tag nahet herbei. Wie froh bin ich, daß ich solchen erlebet habe.

Sonderlich aber freue ich mich, daß derjenige Tag angehet, an welchem ich von aller Handarbeit ruhen, deine schönen Gottesdienste besuchen, dein seligmachendes Wort anhören und dich in der Gemeine rühmen und preisen soll. Wie freue ich mich dessen, daß meine Füße werden stehen in dem Hause meines Gottes. Ach Gott! laß mich solchen Tag nicht allein heilig anfangen, sondern auch heilig fortsetzen und heilig vollenden; und wehre dem unheiligen Satan und allem seinem verfluchten Anhange, daß sie die Ehre deines Namens, den Lauf deines Wortes, und die schuldige völlige Heiligung dieses dir sonderlich zugeeigneten Tages nicht verhindern, noch deine willigen Diener verletzen, verlästern und verhöhnen dürfen. Mein Gott! das ist der Tag, an welchem du den ersten Grund der Welt geleget, das Licht hervorgebracht, und die Finsternis vertrieben hast. Ach laß mich in der Erkenntnis deiner großen Wohlthaten fest gegründet sein. Erleuchte mich mit dem Glanze deines heiligen Geistes, laß mich sein ein Kind des Lichtes, und treibe aus von mir alle Finsternisse des Unglaubens und der Unheiligkeit. Ist es auch dein gnädiger Wille, daß ich mit einer finstern Kreuznacht soll umgeben werden, so laß mir darin scheinen das Licht deines göttlichen Trostes, und laß mich mit unüberwindlicher Geduld des schönen Tages erwarten, an welchem ich zu dir in deinen hell leuchtenden himmlischen Palast eingehen werde. Amen, in Jesu Namen, Amen, Amen.

Brandenburgisches Betbuch – Morgensegen am Sonntage.

Das walte Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der heilige Geist. Amen.

Die Seele Christi heilige mich, der Leichnam Christi erhalte mich, das Blut Christi tränke mich, das Wasser, das aus seiner Seite floß, wasche mich. O gütiger Jesu, erhöre mich, in der Stunde meines Todes begnade mich, und setze mich zu dir, auf daß ich samt deinen heiligen Engeln und Auserwählten dich loben möge ewiglich. Amen. O Herr Jesu, dir leb ich, dir sterb ich, dein bin ich todt und lebendig. Amen.

Herr Gott, himmlischer Vater, ich danke dir von Grund meines Herzens für alle deine Gnade und Wohlthat, die du an mich unwürdigen und undankbaren Menschen gewendet, daß du mich und die ganze Welt also geliebet hast, und uns deinen eingeborenen Sohn gegeben, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Betheuerst auch mit einem hohen Eid, daß du nicht Lust habest am Tode des Sünders, sondern daß er bekehret werde und lebe. Ich bitte demüthiglich, vergib mir alle meine Sünde und Missethat, so vollkommen, als es Christus mit seinem Leiden und Sterben verdienet und erworben hat. Sei mir ein gnädiger Gott, heut, immer, und ewiglich. Gib mir deinen heiligen Geist, den Geist der Weisheit, des Raths, Kraft, Trosts und Stärke, erfülle mein armes sündhaftes Herz mit deinem göttlichen Trost vom Himmel bis oben an, ja mit Trost vom Himmel erfülle es, vermehre in mir durch deinen heiligen Geist eine rechte Erkenntnis Gottes, behüte mich vor falscher Lehre, Irrthum und Verführung, leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich, und erhalte mein Herz bei dem Einigen, daß ich mit allen Christgläubigen und deinen Auserwählten deinen göttlichen Namen liebe, lobe, rühme, preise und ehre, dir diene und danke mit meinem ganzen Leben. Sonderlich bitte ich auch um das große Geheimnis von unserm lieben Herrn Jesu Christo, das gib mir von Tage zu Tage mehr und mehr zu erkennen, schreibe dasselbige in mein Herz mit dem Finger deines heiligen Geistes, mit lebendigen Buchstaben. Hilf, lieber Vater, daß ich klüglich wandle, wie einem Kinde Gottes gebühret, daß ich mich hüte vor alle dem, dadurch dein werther Name verunehret, mein Gewissen beschweret, und andere Leute geärgert werden mögen. Vor solchem Leben und Wandel behüte mich, o du getreuer Gott! steure und wehre dem Satan, dem bösen Feinde, der umher gehet wie ein brüllender Löwe, mich zu verschlingen; reiche du mir aus der Höhe des Himmels deinen Stecken und Stab, daran ich mich halten und sicherlich wandeln möge. Thue mich an mit Kraft aus der Höhe, der schrecklichen List und Gewalt des bösen Feindes zu entgehen; sei du meine Wehr und Waffen, ihm zu widerstreben, und dagegen erhalte mich in aller Gottseligkeit, einen heiligen Wandel zu führen; deine Gnade sei mit mir heut und allezeit, zeitlich und ewiglich, durch Jesum Christum. Diese meine Bitte wollest du mir, ewiger Gott, wegen meiner Sünde nicht versagen, sondern durch deine große Barmherzigkeit mich gnädig erhören. O lieber Gott und Herr, verleibe mir eine selige Stunde zu leben und zu sterben, durch Jesum Christum unsern Herrn. Mein Gott, sei mir gnädig in meiner letzten Stunde und an deinem gestrengen Gerichte. O du Sohn Davids, erbarme dich mein, und vergib mir meine begangene Sünde. Gott gebe mir in seinem Namen hier zeitlichen und dort ewigen Frieden. Amen. Gott, sei uns gnädig und erbarme dich über alle elende und betrübte Herzen. Herr Gott, bekehre die Sünder, fördere die Gerechten, und sei uns allen gnädig. Amen. allmächtiger Vater! behüte mich vor allem Uebel, und gib mir deinen Segen. Herr, erleuchte mir meine Augen, daß ich nicht im Tode entschlafe. Gütiger Gott! mehre in uns Glauben, Liebe und Hoffnung. Herr Jesu, sei meiner eingedenk, der du herrschest in deinem Reich, und verlaß mich nimmermehr. O Herr, erbarme dich mein, und segne mich, erleuchte dein Angesicht über mich und sei mir gnädig, erhalte mich durch; deine Kraft und Macht, gib mir Gnade, meine vielfältige Sünde zu erkennen, zu meiden und zu büßen, auch um deiner Liebe willen alles zu thun, zu lassen und zu leiden, ja wenn und wie du willst, auch in deiner Gnade christlich zu sterben. O Herr, stehe auf und laß deine Feinde zerstreuet, und die dich hassen, vor deinem Angesichte flüchtig werden. Die Gnade Gottes des Vaters, die Liebe Jesu Christi, und der Friede des heiligen Geistes sei allezeit mit uns allen. Gott, dem König aller Könige und Herrn aller Herren, dem unvergänglichen, und unsichtbaren, und allein weisen, sei Lob, Ehr und Preis, von nun an bis in Ewigkeit. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi, und die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit uns in alle Ewigkeit. Der Herr behüte mich vor allem Uebel, der Herr behüte meinen Leib und Seele, der Herr behüte meinen Ausgang und Eingang, von nun an bis in Ewigkeit. Amen.

Aus Cubach – Beim Anschauen der Morgenröthe.

Gnädiger Gott! brich mit deiner Gnade hervor, wie die schöne Morgenröthe, und laß auch mein Licht, Glück und Wohlfahrt hervorbrechen und meine Besserung schnell wachsen, um Jesu Christi willen. Amen. Jesu! du hellleuchtende Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf in meinem Herzen und vertreibe alle Sünden-Finsternisse daraus, damit das Lichtlein meines Glaubens durch ein heiliges Leben dir zu Ehren vor jedermann leuchten möge. Amen.

Martin Luther – Morgen-Segen.

Des Morgens, so du aus deinem Bette fährest, sollst du dich segnen mit dem heiligen Kreuz, und sagen: Das walte Gott Vater, Sohn und heil’ger Geist. Amen. Darauf kniend oder stehend den Glauben und das Vater unser; willst du, so magst du dieses Gebetlein dazu sprechen:
Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast: und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Uebel, daß dir al mein Thun und leben gefalle, denn ich befehle mich, meinen Leib und meine Seele, und alles in deine Hände, dein heil’ger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen.

Und alsdann mit Freuden an dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen, als die zehn Gebote oder was deine Andacht gibt.

Johann Albrecht Burk – Morgengebet für Kinder

Nun ist die Nacht vergangen; ich lebe noch und bin gesund und munter, und meine lieben Eltern und meine lieben Geschwister leben auch noch. Ich danke dir, lieber himmlischer Vater, daß du uns alle behütet und diesen neuen Morgen gesund hast erleben lassen. Ich bitte dich, o Vater aller Kinder, gib mir deine Gnade und Freude in mein Herz, daß ich gut und unschuldig, als ein gehorsames Kind vor dir leben könne; und hilf mir dazu, daß ich so fromm und gehorsam und tugendhaft sei, wie wenn ich dich immer vor mir sähe, wiewohl ich dich mit meinen leiblichen Augen nicht sehen kann. Du bist doch immerdar bei mir und siehest Alles, was ich thue; ja du weißest Alles, was ich nur denke.
Gib mir deinen guten Geist, der mich vor allem Bösen bewahre und mir alles Gute leicht und angenehm mache. Mit Freuden will ich alles Gute lernen, was man mich lernen und thun läßt; mit Freuden will ich Alles unterlassen, was man mir verbietet und was mir schädlich ist: das ist jetzt mein aufrichtiger Vorsatz, o mein lieber allwissender Gott! das ist der redliche Wunsch meines Herzens vor dir, mein lieber Heiland! in dessen Namen und auf dessen Geheiß ich mit dir, dem großen unsichtbaren Gott, so kindlich und vertraulich reden darf, wie mit einem leiblichen Vater. Ich bitte dich auch für meine lieben Eltern und für meine lieben Geschwister: segne sie und behüte sie vor aller Gefahr und Unglück. Gib ihnen und mir und allen meinen Freunden und Nachbarn und allen Menschen, was uns nöthig und gut ist, sowohl für die Seele, als für den Leib. Ach, erhöre mich, lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum. Amen.