Sebastian Göbel – Nach der Beichte

Ich danke dir von ganzem Herzen, o du väterliches Herz meines Gottes, daß du dich über mich armen Sünder so treulich erbarmet hast. Ich danke dir mit demüthigem Herzen, o du brüderliches Herz meines Herrn Jesu Christi, daß du mich deinem lieben Vater durch dein eigen Blut versöhnet hast. Ich danke dir mit fröhlichem Herzen, o du trostreiches Herz des himmlischen Trösters, des heiligen Geistes, daß du in mir Erkenntniß meiner Sünden, Reu und Leid und einen starken Glauben gewirket hast.

Was soll ich dir dafür geben, o großer Vater? Was soll ich dir dafür schenken, o starker Heiland? Was soll ich dir dafür darbieten, o mächtiger Tröster? Ich habe nichts, ich weiß nichts, ich besitze nichts, ich kann nichts von mir selbst. Was du gegeben hast und noch geben wirst, das soll dir von mir wieder gegeben werden.

O wie freudig ist mir jetzt mein Herz, o wie fröhlich ist nun mein Gewissen! Du hast mich wieder neu geschaffen. Du hast mich von aller Befleckung lauter und rein gewaschen, also daß nun, weil ich in meinem Herrn Christo bin, nichts Verdammliches an mir ist. Darum will ich nun mit Freuden wieder heimgehen und die Zeit erwarten, bis du mich vollends zum Pfand und Versicherung meiner Seligkeit mit deinem Fleische und Blute speisen und tränken wirst. Unterdessen thu meine Lippen auf, daß mein Mund deinen Rum verkündigt. Amen.

Johann Quirsfeld – Nach der Beichte

Ach liebster Herr Jesu, ich danke dir von Grund meines Herzens, daß du mir armen Sünder durch den Diener deines Wortes abermal die gnädige Vergebung meiner sünden hast ankündigen lassen. Siehe, um Trost war mir sehr bange, du aber hast dich meiner Seelen herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe; denn du wirfest alle meine Sünden hinter dich zurück.

Ach verleihe mir nun auch ferner deine Gnade, daß ich auf meine Zusage möge anfangen frömmer zu werden. Schaffe doch du, o Gott, in mir ein reines Herz, und gieb mir einen neuen gewissen Geist; verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir; tröste mich wieder mit deiner Hülfe, und der freudige Geist enthalte mich. Ach, laß mich doch ablegen nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet. Und laß mich hingegen erneuert werden im Geist meines Gemüths und anziehen den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Laß mich ablegen von mir den Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung und schandbare Worte. Laß mich tödten Alles was der Erde angehört, alle Unreinigkeit, böse Lust und den Geiz, welcher ist Abgötterei. Hingegen was wahrhaftig, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieblich, was wohl lautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem laß mich nachdenken. Gieb daß ich verleugne das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig lebe in dieser Welt, und warte auf die selige Hoffnung und Erscheinung deiner Herrlichkeit, um deines allerheiligsten Namens willen. Amen.

Johann Habermann – Beichte

HErr GOtt Vater! lehre meine Zunge andächtig beichten HErr JESU Christe! regiere die Zunge deines Dieners mich kräftig zu trösten, HErr GOtt Heiliger Geist! öfne beyden Herz und Ohren, meinem Beicht-Vater die Beichte mit Sanftmuth zu vernehmen, und daß mir die Absolution durch den Glauben ins Herz möge dringen. O HErr! hilf: O HErr! laß wohl gelingen, Amen.