Gebet eines Predigers wider seine Feinde

Gebet eines Predigers wider seine Feinde

Laß nichts gelten noch helfen, daß sie mir und den Meinen fluchen, sondern je mehr sie fluchen, je mehr du segne, und lehnen sie sich etwa wider mich auf, das laß nur bald zu Schanden werden.

Ach Herr, gleichwie sie den Fluch im Geist anziehen als ein täglich Kleid, also laß sie auch ein öffentlich Schandkleid äußerlich tragen, damit sie vor aller Welt für deine Feinde erkannt und verachtet werden, daß Sünde und Schande zwei tägliche Kleider seien, Sünde vor Gott und Schande vor der Welt.

Lieber Herr Christe, ist dir solches widerfahren, der du mit so trefflichen Wunderwerken kommen bist, so mag ich wohl schweigen und nicht klagen, wenn ich um des Evangelii willen auch verachtet, verlacht und verfolgt werde. Herr, wenn du es nicht machest, so ist es ungemacht; Herr, willst du nicht helfen, so will ich gern zu Schanden werden; die Sache ist nicht mein; darum will ich keine Ehre darin haben; ich will gern deine Larve sein, allein daß du streitest. Amen.

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