Gerhard Tersteegen – Gelöbnis

Gerhard Tersteegen – Gelöbnis

Meinem Jesu!

Ich verschreibe mich Dir, meinem einzigen Heiland und Bräutigam Christo Jesu, zu deinem völligen und ewigen Eigentum. Ich entsage von Herzen allem Recht und Macht, so mir der Satan über mich selbst mit Unrecht möchte gegeben haben, von diesem Abend an, als an welchem Du, mein Blutbräutigam, mein Goel (d.h. Löser, Erlöser), durch deinen Todeskampf, Ringen und Blutschwitzen im Garten Gethsemane mich Dir zum Eigentum und Braut erkauft, die Pforten der Hölle zersprenget und das liebevolle Herz deines Vaters mir eröffnet hast. Von diesem Abend an sei Dir mein Herz und ganze Liebe auf ewig zum schuldigen Dank ergeben und aufgeopfert! Von nun an bis in Ewigkeit nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Befehle, herrsche und regiere in mir! Ich gebe Dir Vollmacht über mich und verspreche, mit deiner Hilfe und Beistand eher dieses mein Blut bis auf den letzten Tropfen vergießen zu lassen, als mit Wissen und Willen, in- und auswendig, Dir untreu oder ungehorsam zu werden. Siehe, da hast Du mich ganz, süßer Seelenfreund, in keuscher, jungfräulicher Liebe Dir stets anzuhangen! Dein Geist weiche nicht von mir, und Dein Todeskampf unterstütze mich! Ja, Amen! Dein Geist versiegele es, was in Einfalt geschrieben Dein unwürdiges Eigentum

am Gründonnerstagabend anno 1724

Gerhard Tersteegen

Kommentare sind geschlossen.