Johann Christian Storr – Zum Schlusse der stillen Woche.

Johann Christian Storr – Zum Schlusse der stillen Woche.

Lieber Herr Jesu, ich habe dich am Anfange dieser stillen und großen Woche um ein stilles Herz gebeten. Nun bitte ich dich auch bei deinem Grabe: gieb mir Gnade, daß ich meine Seele setzen und stillen könne. Dein Tod am Kreuz hat Alles unter deinen Freunden und Feinden stille gemacht, was zuvor voll Unruhe war. Nun so heilige auch mir deinen Todestag und den Tag deiner Begräbniß zu einem Tag der Ruhe und heiligen Stille. Nachdem mir das Wort von deinem Kreuz, welches ich diese Woche gehöret, in meine Seele gedrungen und mich wegen meiner Mitschuld gleichsam gezüchtiget hat, so gieb mir Gnade, daß ich nun in dieser Abendstunde beruhe und still bleibe in deiner Gnade, die du auch mir durch dein heiliges Leben erworben hast. Laß mir, o Herr, die Schätze, so in dem Geheimniß deines Kreuzes verborgen liegen, nicht vergeblich aufs neue geöffnet sein, sondern gieb, daß ich in stillem Geist des Glaubens dieselben ergreife und genieße, dadurch mein Herz zu brünstiger Liebe gegen dich entzünde und mich zu heiligem Wandel in deiner Nachfolge antreibe. Amen.

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