Gottfried Arnold – Bitte um Weisheit

Gottfried Arnold – Bitte um Weisheit

Herr Gott himmlischer Vater, du Brunnquell alles Heils und Segens, der du mir die Arbeit meines Berufs anbefohlen hast, und deine gefallene Creatur so gern wiederum durch deinen Sohn aus dem Fluch in deinen Segen versetzest: gib mir doch Weisheit und Verstand, in Allem recht nach deinem Willen zu handeln, deinem Namen zu Liebe und Lob, und meinem Nächsten, wie auch mir zu Gute. Und weil meine verderbte Natur mir an deinem Segen am meisten hinderlich ist, so bewahre mich doch vor allem Mißbrauch deiner Gaben zum Uebermuth, Geiz oder Wollust, damit ich mir selber nichts zuschreibe, sondern auf dich, den Ursprung alles Guten, allein sehe. Steure meinen eignen Willen, der deiner Regierung immer vorläuft, auf daß nur dein heiliger Wille an und in mir geschehe, und ich dem Exempel meines Heilandes folge, wie er auf der Welt gewandelt hat. Gieße du deine Sanftmuth und Demuth in mein Herz, damit ich in seiner Liebe gegen alle Menschen stehen könne, und du in mir wirkest was du willst, als in deinem armen Gefäß, daß du dir zu Ehren bereitet. Ja, vereinige mein Herz so kräftig mit dir, daß du mich brauchen könnest, wie du weißt, daß es mir heilsam sei. Ich ergebe dir Leib, Seel und Gemüth, Hab und Gut und was du mir gegeben hast. Ich entsage auch meinem eignen Willen, denn er ist meine Unruhe, und senke mich in die Kraft deines Wohlgefallens und Segens, darin mir allein wohl ist. Wirst du mit mir sein und mir Brod zu essen und Kleider anzuziehen geben, wie du denn treulich thust, so sollst du mein Gott sein immer und ewiglich. Amen.

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