Frieda Ufer-Held

Dein Eigen will ich sein, dir restlos gehorchen, und wenn ich heute nur den ersten Schritt tun kann, so will ich täglich meine Hingabe an dich erneuern. Dein soll meine Zeit, Kraft, Liebe, mein Geld und aller Besitz sein, meine Persönlichkeit; Augen, Ohren, Lippen, Hände und Füße, Reden, Denken, Tun, Freuen und Leiden. Silber und Gold fehlen mir, aber mein Herz will ich dir schenken, du Kind in der Krippe, du Mann am Kreuz. Nimm mich hin und laß mich sein ewig, einzig, völlig dein! Amen.

Jakob Gerhard Engels

Hier bin ich! Hier sind meine Sünden, ich bekenne sie dir, mein Gott, in herzlicher Demut und Beugung und ergreife das teure Blut Jesu Christi, das da geflossen ist auf Golgatha zur Vergebung aller meiner Sünden.
Hier bin ich! Hier ist meine sündliche Art, mit der ich mein Leben lang zu streiten habe. Ich bringe sie dir, und du wirst mir beistehen im Kampfe, daß ich überwinden kann und daß ich auch am bösen Tage Widerstand tun und alles wohl ausrichten und das Feld behalten kann.
Hier bin ich! Hier ist auch meine Zeit, die ich noch zu leben habe hier auf Erden. Meine Zeit steht in deinen Händen, und ich begehre, Herr, nur dir zu leben und nur für dich zu sein und meine Zeit zu benutzen und auszukaufen in treuer Weise in deinem Dienst und zu deiner Ehre und zum Segen meiner Mitmenschen.
Hier bin ich! Hier ist mein Geld und mein Gut, mein Haus, in dem ich wohne, und mein Vermögen. Es gehört alles dir, ich habe es dir gegeben, und ich gebe es dir aufs neue, ich bin nur dein Verwalter und dein Haushalter und begehre treu zu sein als dein Haushalter.
Hier bin ich! Hier ist mein Herz, ich geb‘ es dir, hier ist mein alles! Ich halte dir nichts zurück, auch nicht das Allergeringste, meine Ehre, nichts, gar nichts! Amen.

Martin Luther – In seiner plötzlichen und heftigen Krankheit. a. 1527.

Mein allerliebster Gott, wenn du es so willst haben, daß dieß die Stunde sey, die du mir versehen hast, so geschehe dein gnädiger Wille. – Vater unser rc. – Ach Herr, straf mich nicht in deinem Zorn rc. Ps. 6.

Herr, mein allerliebster Gott! ach wie gerne hätte ich mein Blut vergossen um deines Worts willen, das weißest du; aber ich bins vielleicht nicht werth. Dein Wille geschehe. Willst du es haben, so will ich gerne sterben; allein, daß dein heiliger Name gelobet und gepreiset werde, es sey durch mein Leben oder Tod. Wenns aber, lieber Gott, möglich wäre, möchte ich gerne länger leben, um deiner Gottseligen und Auserwählten willen. ist aber das Stündlein kommen, so mache, wie es dir gefället. Du bist ein Herr über Leben und Tod. Mein allerliebster Gott, du hast mich ja in die Sache geführt, du weißt es, daß es dein Wort und die Wahrheit ist. Hebe nicht empor, noch erfreue deine Feinde, auf daß sie nicht rühmen und sagen: wo ist nun ihr Gott? sondern verkläre deinen heiligen Namen, zuwider und Verdruß den Feinden deines seligen heilsamen Worts.

Mein allerliebster Herr Jesu Christe, du hast mir gnädiglich verliehen die Erkenntniß deines heiligen Namens. Du weißt, daß ich an dich, sammt Vater und heiligen Geist, einigen und wahren Gott, glaube, und mich tröste, daß du unser Mittler und Heiland bist, der du dein theures Blut für uns Sünder vergossen hast: stehe mir in dieser Stunde bey, und tröste mich mit deinem heiligen Geiste. Du weißt, Herr, daß ihrer viel, denen du es gegeben hast, ums Bekenntniß willen deines Evangelii ihr Blut vergossen haben. Ich hoffte, es würde noch dazu kommen, daß ich auch mein Blut um deines heiligen Namens willen hätte sollen vergießen; aber ich bins nicht werth; dein Wille geschehe.

Du weißt, Herr, daß mir der Satan auf mancherley Weise nachgestellt hat, daß er mich leiblich umbrächte, durch Tyrannen, Könige, Fürsten rc., und geistlich durch seine feurige Pfeile und schreckliche teuflische Anfechtungen. Aber du hast mich bisher wider all ihr Wüten und Toben wunderlicher Weise erhalten, erhalte mich ferner, du treuer Herr, ists dein Wille!

Mein allerliebster Gott, du bist ja ein Gott, der Sünder und Elenden, die ihre Angst, Noth und Jammer fühlen, und deiner Gnad, Trost und Hülfe herzlich begehren, wie du sprichst: Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seyd, ich will euch erquicken. Herr, ich komme auf deine Zusage: ich bin in großer Angst und Noth, hilf mir um deiner Gnade und Treue willen. Amen.

Martin Luther – Ergebung

Lieber Vater, wiewohl ich nicht weiß, wo ich hinfahren soll oder wo die Herberge ist, doch weil ich’s versucht habe, was der Glaube ist, so will ich wieder an dem Wort hangen. Du hast mir fortgeholfen, da ich’s auch nicht sehen oder begreifen konnte, so wirst du auch jetzt helfen. Amen.

Martin Luther – Ergebung

Lieber Gott, in deiner Hand steht meine Seele, du hast sie erhalten in meinem Leben, und ich habe noch nie erkannt, wo du sie hingesetzt hast; darum will ich auch nicht wissen, wo du sie jetzund hintun wirst. Das allein weiß ich wohl: siie steht in deiner Hand, du wirst ihr wohl helfen. Amen.