Großer und erhabener Gott! deine Ehre erzählen die Himmel, und ihre Veste verkündigt deiner Hände Werk. Ein Tag sagt’s dem andern und eine Nacht tut es kund der andern. Auch wir stimmen ein in dieses Lob, das dir Himmel und Erde darbringen, denn wir haben auch wieder deine Freundlichkeit und Treue erfahren dürfen. Du hast unser Leben bewahrt und uns viele Wohltaten erzeigt. Ach, dass doch auch wir deine Treue mehr preisen könnten durch unsere Treue gegen dich! Aber du weißest, wie viel davon noch fehlt. Wir müssen eben immer wieder mit Selbstanklagen vor dich kommen, und uns demütigen vor deinem Angesicht. Doch das gehört ja zu dem Heilswege, den du uns verordnet. Den Demütigen gibst du Gnade und den Aufrichtigen lässt du es gelingen. So verherrliche denn auch an uns, die wir unsere Torheit und Sünde vor dir nicht verhehlen, entschuldigen und rechtfertigen wollen, deine allmächtige Gnade; siehe! wir sind unwürdige Geschöpfe, mache aus uns Etwas zu deinem Lobe; wir sind untüchtig zum Guten und leicht hingerissen zum Bösen, schaffe aus uns neue Kreaturen, tüchtig zu deinem Dienste in allen guten Werken und stark in deiner Kraft zum Kampf wider Alles, was dir nicht gefällt. Gieße in unsere Seelen immer reichlicher deinen heiligen Geist aus, den dein lieber Sohn als den rechten Beistand und Tröster unserer Seelen uns verheißen, wenn wir ihn bitten. Lass durch deine heilsamen Wirkungen unser Herz und Leben immer mehr umgestaltet werden, dass es zu deiner Ehre gereiche, dass auch wir als Lichter leuchten unter dem argen und ungeschlachten Geschlecht dieser Zeit, dass die Leute unser Tun als ein gutes erkennen und deinen Namen darüber preisen müssen, weil wir nicht uns selbst das Gute zuschreiben, sondern dich als den, der sein Werk in uns hat, bekennen. Das gib uns du, lieber Vater im Himmel! Nimm uns. nun auch in dieser Nacht in deine treue Obhut. Erhöre uns um Jesu willen! Amen.