Trostgebet in Anfechtung bei seinem Beruf.

Lieber Herr, ich habe ja dein Wort und bin in dem Stande, der dir gefället, das weiß ich. Nun siehest du, wie es allenthalben mangelt, daß ich keine Hülfe weiß ohne bei dir; darum hilf du, weil du gesagt und befohlen hast, daß wir sollen bitten, suchen und klopfen, so sollen wirs gewißlich empfahen, finden und haben, was wir begehren. Amen.

Um Gottes Segen zu seinem Beruf und Stand.

Herr Gott, diese Güter stehen nicht in meiner Gewalt, ich bin nur ein Werkzeug dazu, und thue dabei, was ich vermag, ich schaffe und thue, arbeite und sorge, heiße und befehle, mache und lasse mirs sauer werden. Gieb du, lieber Herr, in welches Gewalt es alles stehet, fruchtbarlich Gedeihen, sonst wird alle Mühe und Arbeit vergebens sein. Amen.

Gebet eines Soldaten

Lieber Herr, mein Gott, du stehest, daß ich muß kriegen, wollts gerne lassen. Auf die gerechte Sache baue ich nicht, sondern auf deine Gnade und Barmherzigkeit. Denn ich weiß, wo ich mich auf die gerechte Sache verließ und trotzete, solltest du mich wohl lassen billig fallen, als den, der billig fiel, weil ich mich auf mein Recht und nicht auf deine bloße Gnade und Güte verlasse.

Gebet eines Kriegsobersten und Soldaten.

Himmlischer Vater, hier bin ich nach deinem göttlichen Willen in diesem äußerlichen Werke und Dienst meines Oberherrn, wie ich schuldig bin, dir zuvor und demselben Oberherrn um deinetwillen, und danke deiner Gnaden und Barmherzigkeit, daß du mich in solch Werk gestellet hast, da ich gewiß bin, daß es nicht Sünde ist, sondern recht und deinem Willen ein gefälliger Gehorsam ist. Weil ich aber weiß und durch dein gnadenreich Wort gelernet habe, daß keines unsrer guten Werke uns helfen mag, und niemand als ein Krieger, sondern allein als ein Christ muß selig werden, so will ich mich gar nicht auf solch meinen Gehorsam und Werk verlassen, sondern dasselbige deinem Willen frei zu Dienste thun, und glaube von Herzen, daß mich allein das unschuldige Blut deines lieben Sohnes, meines Herrn Jesu Christi erlöse und selig mache, welches er für mich (deinem gnädigen Willen nach) gehorsamlich vergossen hat. Da bleib ich auf, da lebe und sterbe ich auf, da streite und thue ich alles auf. Erhalte, lieber Herr Gott Vater und stärke mir solchen Glauben durch deinen Geist. Amen. Dir befehle ich Leib und Seele in deine Hände. Amen.

Gebet Luthers für Churfürst Johann, als er heftig krank war.

Lieber Herr Gott, erhöre doch unser Gebet, nach deiner Zusage. Lasse uns doch dir die Schlüssel nicht vor die Füße werfen, denn so wir zuletzt zornig über dich werden und dir deine Ehre und Zinsgüter nicht geben, wo willst du denn bleiben; ach, lieber Herr, wir sind dein, mache es wie du willst, allein gieb Geduld. Lieber Gott, du hast einen Titel, daß du der Armen Seufzen und Gebet erhörest, wie David sagt: Er thut den Willen derer, die ihn fürchten und erhöret ihr Gebet. Lieber Herr, bitten wir doch kein Böses, laß uns dir die Schlüssel nicht vor die Thüre werfen.