Cyprian – Bewahrung

Herr Jesu Christe, du heiliger und getreuer Priester, der du in der Zeit des Zorns bist worden unsere Versöhnung, der du den Brunnquell deines heiligen Bluts uns armen Sündern auf Erden gelassen, verleihe uns deine Gnade, daß wir mit allen deinen lieben Heiligen begreifen mögen das große Werk, das du am Stamme des Kreuzes vollbracht hast, auf daß, so wir das ansehen, uns die giftige Schlange der Wüste nicht schade, sondern daß wir ohne alle Verletzung dir zur ewigen Herrlichkeit nachfolgen. Amen.

Allgemeines evangelisches
Gesang- und Gebetbuch
Hamburg 1846
Agentur des Rauhen Hauses

Johann Mathesius – Von Simeon und Hanna

Ewiger Vater, der Du Dir einen heiligen Samen unter Herode erhalten, und Deine Diener Simeon und Hanna bei dem rechten Glauben hast bewahrt, da das Land voller Secten, Krieg und Empörung war. Wir bitten Deine Güte, Du wollest uns in dieser argen Welt im Glauben, Fried und gutem Gewissen erhalten, damit wir uns in der Welt Hader nicht mengen, sondern der himmlischen Erlösung in wahrer Anrufung, Geduld und Unterthänigkeit warten, durch Jesum Christum, den ewigen Erlöser und unsern geistlichen Herrn.

Magnus Friedrich Roos – Dienstag. Morgengebet.

Dienstag. Morgengebet.

Wir danken Dir, heiliger Gott, barmherziger Vater, daß Du uns in der vergangenen Nacht gnädiglich behütet, und vieles Uebel, das uns hätte begegnen können, gnädiglich von uns abgewendet hast. Wir nahen nun an diesem Morgen zu Dir, und weil wir unsere Sorgen auf Dich werfen sollen, und Du für uns sorgen willst, so bitten wir Dich im Namen Deines Sohnes Jesu Christi, daß Du auch heute nach unserem leiblichen und geistlichen Bedürfniß für uns sorgen, uns unser tägliches Brod bescheren, und uns durch Deinen Heiligen Geist tüchtig machen wollest, heute vor Dir zu wandeln, und Dir treulich und weislich zu dienen. Weil auch ein jeder Tag seine Plage hat, so stärke uns, daß wir diese Plage geduldig ertragen können, und schaffe, daß uns das Uebel nicht bekümmere, und in einen finstern Unglauben hinein treibe. Du hast alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Du herrschest auf Deinem Thron über Alles. Jetzt sehen wir zwar noch nicht, daß Dir Alles unterthan sei, wir glauben es aber doch, und sind durch Dein Wort vergewissert, daß kein Sperling und kein Haar ohne Deinen Willen auf die Erde falle. Wir empfehlen und überlassen uns also Deiner treuen und mächtigen Regierung, und bitten Dich, daß Du unsern Glauben stärken, und uns auch alsdann beruhigen wollest, wenn Du den bösen Geistern und Menschen Vieles zulässest, und unsere Gedanken und Anschläge von Dir zunichte gemacht werden. Dein Wille geschehe heute an uns und von uns, und Deine gnädige Vorsorge wende alles Schädliche von uns ab. Erhalte uns bei dem Einigen, daß wir Deinen Namen fürchten, sei uns gnädig, vergib uns unsere Sünden, und mache uns tüchtig, das himmlische Erbe mit Allen, die geheiligt werden, durch den Glauben an Dich zu empfahen. Amen.

Ich bete Dich als Unterthan,
Du starker Gott und König, an.
Hilf, schütze, segne, sorge Du,
Und schließ mein Herz den Sorgen zu.
Amen.

Calvin Jean – Bewahrung

Mit deinem Urteil, o allmächtiger Gott, stehen und fallen wir. Gib, daß wir uns unserer Schwachheit und Ohnmacht bewußt sind. Laß uns immerdar bedenken, daß unser Leben wie ein Schatten ist, ja, daß wir nichts sind ganz und gar. Laß uns lernen, in dir allein zu ruhen und von dir allein und deinem Wohlgefallen abhängig zu sein. In deiner Hand liegt es, das Werk unseres Heils anzufangen und zu vollenden. Da gib, o Gott, daß wir uns mit Furcht und Zittern dir unterwerfen und deiner Berufung auch fernerhin folgen. Verleihe, daß wir dich stets anrufen und alle unsere Sorge auf dich werfen, bis wir endlich allen Gefahren entronnen sind und zu jener ewigen seligen Ruhe kommen, die uns erworben ist durch das Blut deines eingeborenen Sohnes.

Calvin, Jean – Aufsehen auf Gott

Das Licht der Sonne und des Mondes dürfen wir schauen bei Tag und Nacht, Da gib, o allmächtiger Gott, daß wir lernen unsere Augen noch höher zu erheben. Laß uns nicht den Ungläubigen gleich werden, denen auch Sonne und Mond scheinen. Laß uns schauen auf das Ziel unserer Hoffnung, unser ewiges Heil, in der Gewißheit, daß dieses Heil uns ebensowenig erschüttert werden kann wie deine Treue, deren Unwandelbarkeit du uns sehen läßt an Sonne und Mond, deinen Schöpfungen. Laß uns schauen auf jenes Heil, das sich gründet auf deine unerschütterliche Wahrhaftigkeit und eine Gewißheit schenkt, die alle Dinge umfaßt, bis wir endlich in jenes selige Reich kommen, das uns erworben ist durch das Blut deines eingeborenen Sohnes.

Cruciger, Caspar – Ein gebett eines armen sünders/ vnd menschen.

ALmechtiger/ ewiger/ gütiger/ barmhertziger Got vnd Herr/ ein schöpffer aller Creaturn/ beyde sichbaren vnd vnsichbaren/ die im himmel vnd auf erden/ sein vnd erhalten werden/ auß welchen du reichlich erkandt/ vnd gesehen wirst. Das du der Got vnd Herr seist/ des weißheit vnaußsprechlich ist/ derhalben du trewer/ gütiger Got/ der du darumb got dz ist gut genennet wirst/ erbarm dich mein/ nim mich armen gefallen menschen widerumb zu gnaden an/ auß verdienst vnd wolthaten deines einigen gebornen sons Jesu Cristi/ der für mich armen sünder/ an dem stam des heyligen creützes/ sein rosenfarbes blut/ auß deinem Götlichen beuelch vnd willen/ mir armen sünder zu gut vergossen hat/ welch verdinst mich laß geniessen vnnd theilhafftig werden/ durch die erkentnuß deines götlichen worts/ vnnd wirckung auch leitung des heyligen geistes/ der sein tempel in mein hertz bawe vnd daßelb also einneme/ das ich nichts arges begehe oder gedencke/ allein was zum lob vnnd ehr/ auch preiß deines Göttlichen namens gereichet/ vnd zu nutz meiner seelen heil vnd seligkeit/ mit innerlichen seufftzen meines hertzen/ das liecht der gnaden vnd den rechten weg also betrachte das ich auff das zukunfftige vnnd herliche leben/ das mir bereit ist von ewigkeit/ gesinnet vnd bedacht sey/ dann es ist ja ein armselig vnd elend leben auff dieser welt/ vnd gantz vnnd gar nichts bestendigs/ wie die erfarung teglich anzeiget vnd gibt/ derhalben du trewer/ starcker/ almechtiger/ barmhertziger/ milter/ gütiger vnd gnediger Gott vnnd Herr/ sey mir armen sünder fürderlich mit deiner Göttlichen gnadt zu einem eingezogen vnd guten leben/ auff das ich ergernuß vnd mißbrauch flihe/ auch nicht gebe/ vnd verleihe mir auß diser welt einen verstendigen vnd vernunfftigen abschid/ darin ich meinen glauben auff dein Göttlich wort bekenne vnd seligklich abscheide/ durch deines lieben Sons leiden vnd sterben. Amen.

Dionysius der Karthäuser – Dank

Unendlich groß, o Herr, sind Deine Gaben und Wohlthaten. Du hast uns geschaffen, und nicht wir selber; Alles, was wir haben und sind, ist von Dir gekommen. Du hast uns den Leib und alle seine Glieder, die Seele und alle ihre Kräfte geschenkt. Du erhältst uns noch täglich und Alles, was wir haben, kleidest uns und speisest uns. Du hast uns behütet vor unzähligen Gefahren, hast Deine heiligen Engel uns zu Begleitern gegeben, hast uns in der Taufe von aller Schuld gereinigt, hast uns mit Gnade geschmückt, hast uns die Missethaten immer wieder und wieder vergeben. Und was größer ist als alles Andre: Du hast Deinen Sohn für uns in die Welt gesandt. Er hat sich zu unsrer Erlösung so unaussprechlich tief erniedrigt, hat in der höchsten Armuth, unter Anfechtungen und Verfolgungen gelebt, ja endlich den bittern Kreuzestod erduldet. Siehe, durch ihn hast Du uns, arme Kinder des Staubes, zu Deinen Söhnen, zu Deinen Erben und Freunden gemacht. Ach ist es nicht erschrecklich, wenn wir Dich, unsern größten Wohlthäter, durch Sünden betrüben und beleidigen wollen!

Georg Major – Bewahrung der Kirche

Derhalben bitten wir Dich von Herzen, lieber Heiland Jesu Christe, der Du von unseretwegen gestorben, von den Todten wieder auferstanden, gen Himmel gefahren bist, sitzest zur Rechten des Vaters, Du wollest Deine liebe christliche Gemeinde, welche Dein heiliges Wort bekennet und zu Dir, als ihrem Panier und Hauptmann, ihre Zuflucht hat, durch den heiligen Geist führen und regiren und wider alle ihre Feinde sie schützen und erhalten, auf dass sie Dich, sammt Gott dem Vater und heiligen Geist in Ewigkeit ehren, lieben und preisen möge. Amen.

Nerses IV. Schnorhali – Bewahrung

Beschirmer Aller, stelle deine Furcht als Wächter mir vor die Augen, damit sie nichts Verbrecherisches sehen; und mir vor die Ohren, damit sie sich nicht freuen, böse Worte zu hören; und vor meinen Mund, damit er nichts Falsches rede; und vor mein Herz, damit es nichts Arges denke; und vor meine Hände, damit sie nichts Unrechtes thun; und vor meine Füsse, damit sie nicht gehen den Weg der Gottlosigkeit. Leite alle ihre Bewegungen, damit sie folgen deinen Geboten.
Und erbarme dich über deine Werke und über mich armen Sünder.