Gebet einer Hausmutter

Gebet einer Hausmutter

Gütiger Gott, getreuer Vater, weil du mich aus Gnaden in en heiligen Ehestand zur Haushaltung berufen hast, darin ich dir auch, meinem Gott, dienen und gefallen kann, so gieb mir, deiner Dienerin, Gnade, daß ich deine göttliche Furcht stets vor meinen Augen habe und dir, meinem Schöpfer und Erlöser, über alles vertraue, auf dich hoffe und bleibe im Glauben, in der Liebe und in der Heiligung, samt der Zucht, nach dir aber, daß ich meinen Manu fürchte, ehre und liebe, und mich keines andern lasse gelüsten. Hilf, daß nach deinem Gebot mein Wille meinem Mann unterworfen sei, demselbigen zu gehorchen in aller Billigkeit, und daß der verborgene Mensch meines Herzens unverrückt mit sanftem stillem Geist und mit allerlei Tugenden geschmücket sei, wie vorzeiten die heiligen Weiber und Erzmütter gewesen, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und ihren Männern gehorsam waren. Gieb mir, deiner Magd, einen keuschen, züchtigen Wandel, in der Furcht und Demuth, daß ich in aller Gottseligkeit mit freundlichen und sittigen Worten den Zorn und Unmuth meines Hausherren könne ablehnen und versöhnen und ihm mit Glimpf begegnen, dazu meine Kinder und Gesinde mit Sanftmuth, zu Lob und Ehre deines heiligen Namens, auferziehen, und daß sie mir folgen mit willigem Herzen zu allem Guten. Hilf auch, daß ich meinem Manne eine getreue Gehülfin sei in der Haushaltung, und die Nahrung, so du uns aus Gnaden bescherest, fleißig zusammen halte und nichts verwahrlose, noch lasse verderben, sondern arbeite und schaffe, was mir zuständig ist in meinem Beruf, auf daß ich habe zu geben dem Dürftigen, und meine Hand ausbreiten könne zu den Armen. Behüte uns vor untreuen Arbeitern und bösem Gesinde, die unsre Nahrung schmälern und vergeuden möchten. Verleihe mir auch Gnade, daß ich das Kreuz im Ehestande geduldig trage, und nicht bald schüchtern oder abgeschrecket werde, wo sich ein Leiden erhöbe, zumal durch Anfechtung und Widerwärtigkeit unser Glaube versuchet und bewähret wird. O Herr Gott, du bist allein herrlich in allen deinen Werken, ohne dich kann nichts geschehen, das da recht und gut ist, von dir kommt aller Segen; in deine allmächtige Gewalt befehle ich dir mich, meinen lieben Ehemann, alle meine Kinder und Gesinde; du wollest uns behüten vor Sünden, Schanden und allem Leid, dazu unser Hüttlein und Nahrung segnen, um Christi willen. Amen.

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